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Aus KREISEL "Kommt mit ins Mittelalter"
PAPIER SCHÖPFEN
Einen Schöpfrahmen kann man sehr leicht herstellen. Er soll nicht zu groß sein, damit er auch von jüngeren Kindern gut gehalten werden kann und die Wanne zum Schöpfen nicht sehr groß sein muss.
Schöpfrahmen Die Leisten werden zu zwei Rahmen zusammengenagelt und der Draht auf einen der Rahmen getackert.
Papierbrei Die Pulpe, den Papierbrei, stellen wir aus Eierkartons, Zeitungspapier, oder Zeitungsmakulatur her. Das Material wird in kleine Schnipsel gerissen und über Nacht in Wasser eingeweicht. Je nachdem, wie fein die Pulpe sein soll, wird die Masse mit dem Handrührgerät durchgeschlagen oder mit dem Pürierstab fein püriert. Die Masse ist grau bis schmutzig-weiß. Mit Wasserfarbe oder durch Zugabe von stark farbigem Papier, wie Seidenpapier oder Papierservietten, lässt sich der Brei färben. Alles mitpürieren.
Schöpfen • Die beiden Rahmen werden zum Schöpfen aufeinander gelegt, das Teil ohne Gitter nach oben. • Dann die Pulpe kurz aufrühren, die Schöpfrahmen zusammenhalten und in die Masse tauchen. • Langsam nach oben heben. Etwas Pulpe bleibt auf dem Metallgitter liegen. Jetzt braucht das Kind ein bisschen Geduld, bis das Wasser abgetropft ist. • Anschließend legt man die Rahmen auf den Tisch, hebt das obere Teil des Gitters ab, legt das Stückchen Stoff auf den Papierbrei und dreht das Ganze um. Mit einem Küchentuch das Wasser kräftig abtupfen und den Rahmen abnehmen. • Das neu geschöpfte Blatt Papier liegt nun auf dem Stoff. Man kann nun ein zweites Stück Stoff auflegen und mit einem Wellholz kräftig darüber rollen, damit noch mehr Wasser austritt und das Blatt Papier über eine Leine hängen. Jüngeren Kindern fällt es aber schwer, gleichmäßig zu rollen, sie verschieben oft die Papiermasse zu Krümeln. Besser ist es, das neu geschöpfte Papier samt Stoff auf einen Bogen Zeitungspapier zu legen und ein paar Stunden an der Heizung trocknen zu lassen.
Ein buntes Blatt erhält man, wenn man Wasserfarben oder Stückchen von bunten Servietten mit kleinen Motiven beigibt, oder Konfetti oder Stückchen von Luftschlangen oder bunte Papierschnipsel…
SCHREIBEN MIT EINER FEDER UND TINTE
In den Klöstern wurden viele Bücher aufbewahrt. Ihre Bibliotheken waren Orte, an denen man das Wissen aus der Antike, wissenschaftliche Werke, christliche und medizinische Schriften finden konnte. Im Scriptorium wurden die Bücher von Mönchen abgeschrieben. Sie schrieben mit Feder und Tinte. Das können wir auch ausprobieren.
Die Feder Wir brauchen dazu nicht unbedingt eine Gänsefeder, sondern nehmen einfach eine Feder, die wir finden und schneiden sie unten schräg ab. Die Tinte A: Die Tinte machen wir selbst. Die einfachste Tinte besteht aus Ruß und Gummi arabicum. Diesen Stoff haben viele schon gesehen: an Kirschbäumen findet man kleine gummiartige harte Tropfen. Diese sammeln wir und erwärmen sie im Wasserbad. Nun müssen wir alle Verunreinigungen, wie Rindenstückchen und Moosreste herausfischen. Dann rühren wir etwas Ruß aus einem Ofen hinzu. Diese Tinte ist tiefschwarz, lichtecht, aber wasserlöslich. B: Eine andere Tinte wird im Frühjahr aus Schlehenzweigen hergestellt. Man schneidet vor dem Austreiben ein paar Schlehenzweige und lässt sie einige Tage ohne Wasser liegen. Wenn die Zweige etwas angetrocknet sind, lässt sich die Rinde gut abklopfen. Die Stückchen werden in etwas Wasser gelegt und ein paar Tage stehen gelassen. Dann mehrmals aufkochen und immer wieder stehen lassen. Dies wird so lange gemacht, bis die Rinde ganz ausgelaugt ist. Dann absieben und mit der gleichen Menge Wein so lange kochen, bis eine dicke Masse entstanden ist. Mit dieser Tinte kann man schreiben. Soll die Tinte aufbewahrt werden, auf einen flachen Teller geben und in der Sonne trocknen lassen. Das Pulver vermischt man später mit warmem Wein - so hat man immer frische Tinte. Diese Tinte ist lichtecht, braun bis schwarzbraun.
(Aus KREISEL "Kommt mit uns ins Mittelalter") |
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